• frauschoeberl

Mein Buchtipp der Woche.

Aktualisiert: 5. Apr.

Jede Woche ein Herzensbuch, neu oder ein Klassiker, ist eine der vielen Ideen, die ich hier auf der Seite umsetzen möchte.

Also immer ein Buch, dem ich besonders viele Leser*innen wünsche.






Wie zum Beispiel der neue Reinhard Kaiser-Mühlecker, Wilderer; erschienen im S. Fischer Verlag.


Inhaltsangabe: Jakob führt den Hof der Eltern und kämpft gegen den Niedergang. Als die Künstlerin Katja sich als Praktikantin anbietet, scheinen sich die Dinge zum Guten zu wenden. Gemeinsam bauen sie eine biologische Tierhaltung auf, sie heiraten und bekommen einen Sohn. Doch Jakob findet keine Ruhe, sein grausamer Zorn bricht immer wieder hervor. Hat Katja ihn getäuscht, hat sie nur mal einen wie ihn haben wollen, einen Bauern? Reinhard Kaiser-Mühlecker erzählt von Herkunft und existentieller Verlorenheit in einer Welt, die sich radikal wandelt.


Die Geschichte entwickelt von der ersten Seite an einen unwiderstehlichen Sog, erzählt in einer wunderbaren Sprache von Verlorenheit, Heimat - und ist doch ein hypnotisch wirkender Thriller!


Vor sich selbst kann keiner weglaufen...









Und ich freue mich auf - egal, ob kurz oder lang - viel Feedback von euch, aber auch worüber ihr gerne hier lesen würdet. Danke!


> Diese Woche, aus traurigem Anlass, meine Ukraine-Liste; diese Autorinnen und Autoren, neben vielen anderen, empfehle ich euch herzlich:


Natürlich die Klassiker wie Joseph Roth oder Martin Pollak;

von Martin Pollak auch seinen neuen Essay:

https://magazin.wienmuseum.at/mythos-galizien?fbclid=IwAR2VLYzpsmXzi388QSWjarz0Ley33JxbdCdF_YG8jliwuxIGyhpFLz3rAcM


Jurij & Sofija Andruchowytsch, Andrij Kurkow, Tanja Maljartschuk, Maria Matios, Oksana Sabuschko, Serhij Schadan (Zhadan), Natalka Sniadanko

Natascha Wodin


und

"die Buddenbrooks" von Odessa: von Vla­di­mir Jabo­tin­sky, Die Fünf



Dieses Bild ist auch aus dem WienMuseum Magazin:






Vor dem Krieg waren es:




Ganz vorsichtig nahm ich diesen dritten Band der Familiengeschichte von Monika Helfer nach „Die Bagage“ und „Vati“ zur Hand; von der "Bagage" war ich so beeindruckt dass ich dachte, das kann nicht nochmal sein ... jetzt, nach der Lektüre, kann ich mich nicht entscheiden, welcher Band mir am Besten gefiel!



"Monika Helfer erinnert sich an ihren Bruder Richard. Seit dem Tod der Mutter wachsen sie und ihre Schwestern getrennt vom kleinen Bruder auf. Sie sehen sich selten, verlieren die Verbindung. Es ist die Zeit des Deutschen Herbstes. Richard ist da bereits ein junger Mann, von Beruf Schriftsetzer. Er ist ein Sonderling, das Leben scheint ihm wenig wichtig. Verantwortung übernimmt er nur, wenn sie ihm angetragen wird. So auch, als ihm auf merkwürdige Weise eine verflossene Liebe ein Kind überlässt, von dem er nur den Spitznamen kennt. Die unfreiwillige Vaterrolle gibt ihm neuen Halt, zumindest für eine Zeit. Ein inniges Portrait, eine Geschichte über Fürsorge, Schuldgefühle und Familienbande." Hanser









Ein wunderschönes anregendes Familienbuch ist die neue Ausgabe von Yann Arthus-Bertrand, GEO - Die Erde von oben. Nicht nur die großartigen Fotos beeindrucken, nein auch Beiträge zu Klima, Bevölkerung, Migration, Landwirtschaft, Biodiversität uvm.


"MIT DEM HERZEN SEHEN UND DENKEN


Jeder Mensch muss seinen eigenen Weg finden, und es gibt so viele Antworten auf die Frage, wie dieser Weg aussieht, wie Menschen, die sich diese Frage stellen. Aber ich kann allen einen Rat geben, wie man ihn am besten findet: Wir müssen wieder lernen, mit dem Herzen zu sehen und zu denken. Diese Lebenseinstellung begleitete mich seit den Anfängen meiner Arbeit, aber die offensichtlichen Dinge sind manchmal am schwierigsten zu erkennen. Dass dem so ist, zeigt bereits mein berühmtes Foto vom Herzen von Voh in Neukaledonien. Die 1990 entstandene Aufnahme wurde erst 1992 veröffentlicht. Zunächst hielt ich das Motiv für unbedeutend. Dann habe ich verstanden, dass das Herz im kaledonischen Mangrovenwald für die Liebe steht, die wir alle unserem Planeten ent-gegenbringen können; es zeigt auch, dass man überall auf der Welt Liebe finden kann, selbst an den seltsamsten Orten." (Yann Arthus-Bertrand, aus dem Vorwort)



Hier der Link zu den wunderbaren Fotos:


http://www.yannarthusbertrand2.org/collection/earth-from-above/?fbclid=IwAR2tnPzSI75utL4tHZMzL1FJPdHnCRG_Y6yGMp_dqs1V9hSdVSJo5T1sCyw














Ihr kennt das sicherlich auch: ich suche ein Buch in meinen Regal - und plötzlich blieb mein Auge "hängen". Nein, nicht das gesuchte, sondern ein altes, geliebtes: Bruce Chatwin, Traumpfade - Songlines. Erschienen 1990 im Hanser Verlag.





Ich war nie in Australien, weiß auch nicht ob ich je sein werde - aber dieses Buch hat mir eine Tür in eine ganz andere Welt, ein anderes Leben und Sichtweise eröffnet.

Es gehört für mich zu meinen "Lebensbüchern", die ich auch jeder & jedem Weltneugierigen empfehle.


"Traumpfade – das sind die unsichtbaren labyrinthischen Wege, die den australischen Kontinent duchziehen und entlang derer, so will es der Schöpfungsmythos der Ureinwohner, die Ahnen wanderten und mit ihren Liedern die Welt erschlossen. Chatwin geht diesen Fußspuren in seinem faszinierenden Buch nach, das, Roman und Reisebericht zugleich, ein Glücksfall der zeitgenössischen Literatur ist."


Links:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bruce_Chatwin

https://de.wikipedia.org/wiki/Traumpfade_

https://www.arte.tv/de/videos/087399-000-A/der-nomade-auf-den-spuren-von-bruce-chatwin/


Natürlich habe ich im Laufe der Jahre alle Bücher von Bruce Chatwin gelesen, der für mich ein sehr beeindruckender Reisender & Schreibender war.






Gestern wurde er endlich in deutscher Sprache ausgeliefert, der neue Literaturnobelpreisträger Abdulrazak Gurnah: als erstes seiner Bücher in Neuauflage kam "Das verlorene Paradies". Ich habe ihn sofort aufgeschlagen - und konnte ihn fast nicht mehr weglegen, so fesselnd erzählt er! Der Roman erschien bereits 1994 in englisch und begründete seinen Erfolg.



Aus dem Klappentext:

Ostafrika, Ende des 19. Jahrhunderts: Der zwölfjährige Yusuf führt mit seiner Familie ein einfaches Leben auf dem Land. Als der Vater sich mit seinem kleinen Hotel verschuldet, wird Yusuf in die Hände von Onkel Aziz gegeben und landet im lebhaften Treiben der Stadt, zwischen afrikanischen Muslimen, christlichen Missionaren und indischen Geldverleihern. Die Gemeinschaft dieser Menschen ist alles andere als selbstverständlich und von subtilen Hierarchien bestimmt. Yusuf hilft in Aziz' Laden und bei der Pflege seines paradiesisch anmutenden Gartens. Doch als der Kaufmann ihn auf eine Karawanenreise ins Landesinnere mitnimmt, endet Yusufs Jugend abrupt. Die gefährliche Unternehmung bringt Krankheit und Tod und zeigt allen Teilnehmern schmerzhaft, dass die traditionelle Art des Handels keine Zukunft mehr hat. Was Yusuf erlebt, lässt ihn erwachsen werden. So verliebt sich der junge Mann nach seiner Heimkehr kopfüber, aber er und alle um ihn herum werden brutal mit der neuen Realität der deutschen Kolonialherrschaft konfrontiert.

Aus dem Englischen von Inge Leipold.


Abdulrazak Gurnah, geboren 1948 auf Sansibar, kam mit achtzehn Jahren nach Großbritannien, wo er seither lebt. Er ist Romancier und Kritiker und unterrichtet seit 1985 an der University of Kent in Canterbury afrikanische und karibische Literatur. Gurnah war Herausgeber der renommierten "African Writers Series" beim englischen Verlagshaus Penguin.



Links gibt es da natürlich viele, hier eine kleine Auswahl:


https://www.dw.com/de/porträt-abdulrazak-gurnah-literaturnobelpreisträger/a-59437333


https://www.spiegel.de/kultur/literatur/abdulrazak-gurnah-der-kolonialismus-praegt-die-menschen-bis-heute-a-10b025f4-6d75-42d7-960f-16bb6fb7328e


https://www.derstandard.at/story/2000131756507/abdulrazak-gurnah-neu-aufgelegt-rotfleckige-deutsche-in-afrika


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Heute empfehle ich einen wunderschönen neuen Band aus der Reihe "Naturkunden" aus dem Matthes & Seitz Verlag:

Robert Macfarlane & Jackie Morris, Die verlorenen Zaubersprüche




Dieser Band versammelt die »Zaubersprüche« Robert Macfarlanes: Beschwörungen, Schutz- und Abwehrzauber, Segenssprüche, Wiegenlieder und Zungenbrecher, lauter verwunschene Worte, die eine Schleiereule, einen Fuchs oder ganze Wälder in unsere Wahrnehmung zu zaubern vermögen – und damit jene Wesen herbeirufen, mit denen wir, oft ohne es zu wissen, unseren Lebensraum teilen. So wird es möglich, mit Schwalben durch die Lüfte zu schießen, einer Robbe ins Meer zu folgen, mit Eulenohren zu hören und mit den Augen einer Eiche den Wald zu schauen. Und wer sich darauf einlässt, darf vielleicht sogar erleben, wie ganze Mottenschwärme aus den Seiten aufsteigen.









Robert Macfarlane, 1976 in Nottinghamshire geboren, lehrt Literaturwissenschaft in Cambridge, ist Essayist und Kritiker und gilt als wichtigster britischer Autor des Nature Writing. Bei Matthes & Seitz Berlin sind bislang Karte der Wildnis, Alte Wege und Die verlorenen Wörter erschienen. Letzteres wurde mit dem BAMB Beautiful Book Award 2017 sowie als Hay Festival Book of the Year und als The Sunday Times Top Ten Bestseller ausgezeichnet.


»Buch des Monats Dezember 2021« der Darmstädter Jury


So lehrreich wie ein Naturführer und so mitreißend wie ein Märchen, feiern die Zaubersprüche die Wunder der so nahen und uns doch so fernen Welt – und die Macht der Sprache, die diese, laut lesend oder leise murmelnd, zu beschwören weiß. Ein von Jackie Morris prachtvoll illustriertes Buch, das im handlichen Format eine unwiderstehliche Magie entfaltet.



Links:

https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/die-verlorenen-zaubersprueche.html

https://www.matthes-seitz-berlin.de/fs/products/alte-wege/msb_natur-beileger_fj2016_ansichtds.pdf


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Diese Woche das wunderbare Buch von


Christine de Grancy, Über der Welt und den Zeiten

erschienen im Verlag die2




Sie sieht mehr als wir - und sie sieht Anderes.

Andre Heller sagt über die Fotografin und Reisende Christine de Grancy:


Sie ist eine Augnerin, ob ihrer kostbaren Art des Schauens.


Sie zählt zu den hundert besten Fotografinnen der Welt.


"Ich verstehe meine Arbeit immer als Suche, in lebendige Verbindung zu meinem Vis-à-vis zu kommen, das Authentische zwischen uns zu ermöglichen."


Zu den teilweise verblüffenden Fotos im "Wien von oben" - Fotoband kommen auch noch Texte von


Ljuba Arnautovic * Achim Benning * György Dalos * Karl-Markus Gauß * Maja Haderlap * André Heller * Rupert Henning * Michael Köhlmeier * Pavel Kohut * Wolfgang Maderthaner * Esra Özmen * Selina Teichmann * Cornelia Travnicek * Ernest Wichner.




Noch ein Zitat von Christine de Grancy aus dem nachdenklich machenden Buch:

"Die Photographie erzählt unerbittlich von der Vergänglichkeit des Seins.


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Der nächste Lockdown beginnt in Kürze. Ich empfehle euch ein wunderbares Buch zur Reise in den Süden - und das gelingt auch nur im Kopf:


Wie schreibt der Spiegel so passend:

"Das zeitgemäße Reisen findet derzeit auf dem Sofa statt. Ideal für eine Expedition in den Süden: ein vielstimmiges, kluges und verführerisches Buch über Sizilien.“





Voci di Sicilia - Eine Reise durch Sizilien von Etta Scollo | Antonio Maria Storch (Fotogr.) | Klaudia Ruschkowski (Hrsg. / Übers.) Mit Download Link!


"Buch und Reise sind ein Wort. In einen Roman eintauchen, in eine Erzählung oder ein Gedicht, washeißt es anderes, als einen Koffer mit Vorstellungen und Gefühlen zu füllen, als würde man aufbrechen. Setzen wir zwischen Buch und Reise Sizilien, dann sinddie Würfel gefallen." Dario La Rosa So also kann Sizilien gelesen werden, Schritt für Schritt, in alle Richtungen, in all seinen Schichtungen und Widersprüchen.Sizilien, eine Einheit aus Geschichte und Mythologie, aus Kulturen und Kunst, Erzählungen und Gesang, aus verletzter Natur und unberührter, preisgegeben undzugleich voller Energie: "Hier ist erst der Schlüssel zu allem", schrieb Goethe. Sizilien ist europäisch, afrikanisch und eurasisch, es verbindet beideHemisphären: ein Ort der Aufnahme und des Auseinandergehens. Und in jeder Rückkehr liegt ein neuer Anfang. Voci di Sicilia "erzählt reisend" die Realität derTrinakría, des jahrtausendealten Siziliens mit dem stets lebendigen Ätna, der in den Eingeweiden der Insel schwelt, mit der Natur, die sich in ihrem Reichtumvor uns eröffnet, urzeitlich, archaisch, um uns nur kurz darauf mit einer Fülle menschengemachten Durcheinanders zu konfrontieren, mit Verwahrlosung undkontaminierten Landschaften.


Eine Insel aus tausend Liedern und Gesängen, die durch die Jahrhunderte hindurch im Schicksal Siziliens nachklingen. Daher ist Voci di Sicilia auch Stimme und Musik. Den roten Faden bilden die Lieder von Etta Scollo: Kompositionen traditioneller sizilianischer Musik, Vertonungen von Texten sizilianischer Dichter, durch die Jahrhunderte hindurch

Etta Scollo: Komponistin und Sängerin. Geboren in Catania. Lebt in Berlin und auf Sizilien. 1983 begann sie ein Gesangsstudium am Konservatorium in Wien und arbeitete bei Schallplattenaufnahmen und Konzerten mit Künstlern wie Eddie Lockjaw Davis und Champion Jack Dupree zusammen. Mit der italienischen Version des Beatles- Songs Oh Darling führte sie 1988 wochenlang die österreichischen Musik-Charts an und erhielt zwei Goldene Schallplatten. Seitdem widmet sich Etta Scollo verstärkt der traditionellen Musik, ihrer Erforschung, Verarbeitung und Neuinterpretation. Daraus entwickelte sich das poetischmusikalische Projekt Il fiore splendente, eine Hommage an die arabisch-sizilianischen Dichter des 9. bis 12. Jahrhunderts, an dem sich namhafte Künstler wie Franco Battiato, Giovanni Sollima, Markus Stockhausen und Nabil Salameh beteiligten. 2017 realisierte sie das Projekt Lampedusa 361 über die Gräber ertrunkener Bootsflüchtlinge auf Sizilien, wodurch sich Etta Scollo als politische Künstlerin mit hellwachem sozialen Gewissen erwiesen hat. Ihre neue CD Il viaggio di Maria ist im Dezember 2019 erschienen. Etta Scollo arbeitet außerdem mit verschiedenen Literaten und Schauspielern zusammen.

Links:

http://ettascollo.de/voci-di-sicilia-2/ https://www.spiegel.de/kultur/voci-di-sicilia-von-etta-scollo-der-sueden-singt-a-90141263-0b8d-44b7-a2e8-239770e5e16e


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> Heute, am 11. November 2021, jährt sich der Geburtstag von Fjodor Michailowitsch Dostojewski zum 200. Mal.


Und meine Empfehlung heute ist Dostojewskis Leben, von seiner Frau erzählt.

Diese Anna Dostojewskaja war eine unglaubliche, unabhängige Frau. Welch ein Glück, dass sie ihre Erinnerungen schrieb!

Rückblickend rekapituliert Anna Dostojewskaja voller Zuneigung, doch mit ausreichend Abstand und den Tatsachen verpflichtet, ihr Leben an der Seite Fjodor Dostojewskis. Ihre detaillierten Erinnerungen gehören zu den zuverlässigsten Aufzeichnungen über den Schriftsteller und offenbaren den Menschen, wie er sich im Häuslich-Familiären gab und wie er in der Öffentlichkeit in Erscheinung trat. Dabei spart sie auch die Schattenseiten nicht aus: seine Spielsucht und eine exzesshafte Eifersucht, immerwährende Geldnot und Schulden ein Leben lang, seine durch Epilepsie gefährdete Gesundheit, den frühen Tod zweier Kinder. Vor allem aber zeigt sie, welchen Halt das Paar aneinander, in der gemeinsamen Arbeit und im Familienleben fand. Aufbau Verlag »Mein aufrichtiger und inniger Wunsch: den Lesern Fjodor M. Dostojewski mit allen seinen Vorzügen und Mängeln zu zeigen – so, wie er war, in der Familie und privat.« Anna Dostojewskaja

Cornelia Geißler in der Berliner Zeitung:


Wer etwas über das Geheimnis einer guten Ehe lesen möchte, könnte heute getrost zwei Neuerscheinungen zum 200. Geburtstag von Fjodor Dostojewski am 11. November zur Hand nehmen. Allerdings stehen die natürlich nicht im Ratgeberregal. Unter den Büchern, die nun rund um das Schriftstellerjubiläum erschienen sind, gehören „Mein Leben mit Fjodor Dostojewski“ und der Ehebriefwechsel unter dem Titel „Ich denke immer nur an Dich“ zu den Entdeckungen.

Links:

https://oe1.orf.at/artikel/689272/Oe1-Schwerpunkt-zum-200er-von-Fjodor-Dostojewski

und eine herzliche Empfehlung:

Der wunderbare Film über die großartige Dostojewski Übersetzerin Swetlana Geier:

"Die Frau mit den fünf Elefanten":


https://www.youtube.com/watch?v=6sn2VxlVqXI






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Bald ist wieder der 9. November, ein Schicksalstag, ob 1918, 1938 oder 1989.


Ich nehme heute 1938 zum Anlassen, um an eines meiner berührendsten, aufwühlendsten und fesselndes Leseerlebnisse zu erinnern, ob zum Wiederlesen oder endlich lesen; ich selber habe es bereits dreimal gelesen und jedes Mal dankbar, dass Ruth Klüger überlebte und es schaffte, diese Erlebnisse und Hilfe durch die Literatur so zu beschreiben.



Ruth Klüger, weiter leben. Eine Jugend.


Mit sieben Jahren durfte sie in ihrer Heimatstadt Wien auf keiner Parkbank mehr sitzen. Mit elf kam sie in KZ. Ruth Klüger erzählt ihre Kindheit und Jugend.



Links:

https://de.wikipedia.org/wiki/Weiter_leben._Eine_Jugend

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Ruth_Klüger

https://www.3sat.de/film/dokumentarfilm/das-weiterleben-der-ruth-klueger-102.html



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Den Anfang macht natürlich mein momentanes Lieblingsbuch von Michel Jean, Kukum. Erschienen im Wieser Verlag.


Michel Jean ist Innu aus Mashteuiatsh und ein in Québec sehr geschätzter Autor, Nachrichtensprecher und Investigativ-Journalist. Er hat 11 Bücher geschrieben und zu einer Reihe von Sammlungen beigetragen. Zudem hat er zwei Buchbände kuratiert, die indigene Stimmen in den Vordergrund rücken: Amun und Wapke. Sein Roman Kukum (2019), ein Angedenken an seine Urgroßmutter, war 2020 mit über 95.000 verkauften Exemplaren der am zweitbesten verkaufte Roman in Québec. In Kukum erzählt er die Geschichte seiner Urgroßmutter Almanda Siméon, die 97 Jahre alt wurde. Als Waise von ihrer Tante und ihrem Onkel aufgezogen, lernt sie mit fünfzehn den jungen Innu Thomas Siméon kennen, verliebt sich trotz der kulturellen Unterschiede sofort in ihn, sie heiraten, und Almanda lebt von da an mit dem Nomadenstamm, dem er angehört, lernt seine Sprache, übernimmt die Riten und Gebräuche der Innu von Pekuakami und überwindet so die Barrieren, die den indigenen Frauen aufgezwungen werden. Anhand des Schicksals dieser starken, freiheitsliebenden Frau beschreibt Michel Jean auch das Ende der traditionellen Lebensweise der Nomadenvölker im Nordosten Amerikas, deren Umwelt zerstört wurde und die zur Sesshaftigkeit gezwungen und in Reservate gesperrt wurden, ohne Zukunftsperspektive, ein Leben geprägt von Gewalt, Alkohol und Drogenkonsum. Der Roman wurde im Herbst 2020 mit dem Prix littéraire France-Québec ausgezeichnet.

„Ich spüre in mir die Verantwortung, unsere Geschichten zu erzählen, die der Innu und der Mitglieder der Ersten Völker. Denn sie kommen praktisch nirgends vor. In den Geschichtsbüchern nehmen sie nur wenig Raum ein. In Nordamerika beginnt die Geschichte mit der Ankunft von Christoph Kolumbus 1492, diejenige Kanadas mit Jacques Cartier 1534. Aber wir leben hier seit 15 000 Jahren. Wenn wir unsere Geschichten nicht erzählen, wer dann?“ Beim Lesen dachte ich am Anfang an "Dshamilja" von Tschingis Aitmatow, später öfter an Frank McCourts "Die Asche meiner Mutter" - gegen Ende oft an "Die Rede des Häuptling Seattle". Also, bei aller Distanz: es ist sehr berührend... Diverse Links:

https://www.facebook.com/MichelJeanOfficiel/

https://www.instagram.com/micheljeanofficiel/

https://de.wikipedia.org/wiki/Innu

https://de.wikipedia.org/wiki/Kanadische_Literatur



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